Über Sarah
Sarah Naumann
Ich liebe mein Kind über alles.
Und ich kann das alles nicht mehr.
Zwischen diesen beiden Gedanken lebte ich lange. Ich habe mein Kind geliebt und war trotzdem oft an einem Punkt, an dem ich nicht mehr konnte. Wenn der Druck zu groß wurde, schrie ich. Ich wurde aggressiver, als ich sein wollte. Und irgendwann bekam ich Angst vor der Frage, was passieren könnte, wenn ich wirklich einmal die Kontrolle verliere.
Heute begleite ich Mamas, die genau diesen inneren Konflikt kennen. Nicht, weil ich schon immer ruhig oder geduldig gewesen wäre. Sondern weil ich selbst lernen musste, wie aus einem ständigen Gegeneinander wieder ein Miteinander wird.
Kapitel 1 · Der Wendepunkt
Der Moment, in dem ich mich selbst nicht mehr wiedererkannte
Wir wollten zu einem Geburtstag und waren spät dran. Mein Sohn wollte seine dreckige Hose anziehen, ich bestand auf einer sauberen. Aus einer alltäglichen Situation wurde in wenigen Minuten ein Kampf. Ich wurde so wütend, dass ich ihm die Hose auszog. Dabei verlor er das Gleichgewicht, fiel hin und weinte.
In diesem Moment erschrak ich über mich selbst. Über diese Wut auf ihn und zugleich über die Wut auf mich. Ich wusste: So möchte ich nicht mit meinem Kind umgehen.
Noch am selben Tag
Ein Brief an mich selbst
Ich schrieb auf, was passiert war, wie ich mich gefühlt hatte und wie ich nie wieder reagieren wollte. Und dann stellte ich mir zum ersten Mal eine andere Frage:
Was wäre eigentlich passiert, wenn mein Sohn einfach mit der dreckigen Hose zum Geburtstag gegangen wäre?
Diese Frage war der Anfang von allem. Bis dahin hatte sich unser Alltag oft wie ein Kampf angefühlt: sein Wille gegen meinen, seine Wut gegen meine. Aber wir führten keinen Kampf auf Augenhöhe. Mein Sohn war ein kleines Kind, überfordert von seinen Gefühlen. Und ich reagierte selbst aus Stress und Überforderung. Ich konnte nicht von meinem Kind erwarten, seine Gefühle zu regulieren, wenn ich selbst die Kontrolle über meine Reaktion verlor.
Kapitel 2 · Verstehen
Vom Beobachten zum Verstehen
In der Kita war ich lange die Kollegin, die man holte, wenn ein Kind als „schwierig“ galt. Jetzt stand ich selbst an diesem Punkt. Und mit der Schwangerschaft meines zweiten Sohnes wurde mir klar: Wenn ich mit einem Kind so oft an meine Grenzen kam, wie sollte es dann mit zwei werden?
Ich wollte nicht nur durchhalten. Ich wollte eine erfüllte Beziehung zu meinen Kindern und einen Alltag, der sich nicht wie Überleben anfühlt. Also begann ich, genauer hinzuschauen. Nach einem Gespräch mit einer Kinderpsychologin führte ich ein Wuttagebuch: wann mein Sohn wütend wurde, was vorher passiert war und was die Situation für ihn so schwer gemacht hatte. Schritt für Schritt erkannte ich, dass ein Wutausbruch nicht aus dem Nichts entsteht.
Manchmal war der Tag zu voll.
Manchmal waren Übergänge zu schnell.
Manchmal fehlten ihm altersbedingt noch Fähigkeiten, die ich längst erwartete.
Und manchmal kollidierten seine Bedürfnisse schlicht mit meinen.
Zum ersten Mal wollte ich nicht nur das Verhalten stoppen. Ich wollte verstehen, was dahinterlag. Aus dieser einen Entscheidung wurde Schritt für Schritt ein neuer Weg:
Noch im Mutterschutz gestartet. Eigentlich, um in der Kita noch besser helfen zu können.
Ich gab die vermeintliche Sicherheit meines Angestelltenjobs auf und machte mich selbstständig.
Weil ich in der Arbeit mit Mamas schnell erkannte, dass es fast immer auch um die Mama selbst geht.
Kapitel 3 · Veränderung
Die Wut verschwand nicht sofort. Aber wir lernten, anders mit ihr umzugehen.
Die erste Veränderung war nicht, dass mein Sohn keine Wutausbrüche mehr hatte. Die erste Veränderung war, dass ich sie aushalten konnte. Ich bemerkte früher, wann mein eigener Stress anstieg, wurde innerlich ruhiger und liebevoller mit mir selbst. Anfangs kostete mich das viel Kraft. Aber in den entscheidenden Momenten gelang es mir immer häufiger, nicht in den Kampf einzusteigen.
Mit der Zeit veränderte das unsere gesamte Beziehung: Ich hörte auf, das Verhalten meiner Kinder als Angriff zu verstehen, und konnte sehen, dass dahinter ein Gefühl, eine Überforderung oder ein Bedürfnis steckte.
Was Verbindung für mich heißt
Verbindung heißt für mich nicht, dass immer alles harmonisch ist. Verbindung heißt: Mein Kind darf wütend sein, weinen oder auch mal sagen „Du bist eine blöde Mama“, ohne dass ich mich als Mutter infrage gestellt fühle. Meine Kinder dürfen sich fallen lassen, weil sie wissen, dass ihre Gefühle unsere Beziehung nicht gefährden. Und ich übernehme den Teil der Verantwortung, den sie in ihrem Alter noch nicht tragen können.
Heute können beide deutlich besser über ihre Gefühle sprechen, Grenzen ausdrücken und nach starken Impulsen wieder zurückfinden. Nicht, weil es bei uns keine Wut mehr gibt. Sondern weil wir gelernt haben, anders mit ihr umzugehen.
— Sarah

Persönlich erlebt. Fachlich vertieft. Für deinen Alltag übersetzt.
Ich habe Jahre gebraucht, um zu verstehen, warum ich in schwierigen Momenten immer wieder so reagierte, obwohl ich es besser wusste. Heute lebe ich mit meiner Familie in Thailand, arbeite selbstbestimmt und habe diese jahrelange Suche in einen klaren Veränderungsprozess übersetzt. Damit du nicht jeden Baustein allein zusammensuchen musst.
Ich vermittle keine abstrakte Theorie und keine perfekten Standards. Ich helfe dir zu verstehen, was in dir und deinem Kind passiert, und daraus echte Handlungssicherheit für euren Alltag zu entwickeln.
Alles, was ich auf diesem Weg gelernt habe, findest du bei mama needs
Hinter mama needs steht eine einfache Überzeugung
Viele Mamas spüren irgendwann: So habe ich mir mein Leben nicht vorgestellt. Sie lieben ihre Kinder und sind trotzdem erschöpft oder innerlich weit von dem Leben entfernt, das sie führen möchten. mama needs ist für Mamas, die nicht darauf warten wollen, dass sich ihr Leben von allein verändert.
Der Familienalltag ist dabei der erste Hebel: Wenn Konflikte und die eigene Überforderung jeden Tag fast alle Kräfte binden, bleibt wenig Energie für dich selbst, deine Gesundheit, deine Partnerschaft oder deine beruflichen Wünsche. Das Elterncoaching schafft nicht nur mehr Ruhe. Es gibt dir Handlungsspielraum zurück.
Veränderung beginnt damit, dass du wieder erkennst, was du beeinflussen kannst.
Vielleicht erkennst du dich in Teilen meiner Geschichte wieder. Du musst nicht alles auf einmal lösen. Aber du darfst den ersten Schritt gehen. Er dauert zwei Minuten.